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Kurzarbeit durch Corona: Diese Regelungen gibt es in der Schweiz

Die Wirtschaft leidet unter den Folgen des Coronavirus. Damit sich Betriebe vor den Folgen so gut wie möglich schützen können, gibt es einige Sonderregelungen. Beispielsweise muss die Zeiterfassung noch penibler als sonst erfolgen.

Was versteht man unter Kurzarbeit?

Kurzarbeit melden Betriebe dann an, wenn es vorübergehende Beschäftigungseinbrüche im Unternehmen gibt, wie z.B. durch die Coronakrise. Dabei wird die Arbeitszeit der Mitarbeitenden über einen bestimmten Zeitraum verringert, da diese aufgrund der aktuellen Lage nicht voll ausgelastet sind. Die Kurzarbeitsentschädigung (KAE) beträgt 80 Prozent des wegfallenden Lohns und wird in dieser Zeit vom Staat übernommen.

Mithilfe der Kurzarbeitsentschädigung sollen Kündigungen aufgrund kurzfristiger Arbeitsausfälle verhindert werden. Die Zahlung der Entschädigung geht, im Gegensatz zur Arbeitslosenentschädigung, an den Arbeitgeber – dieser tritt bei der Zahlung der Gehälter also sozusagen in Vorkasse und wird vom Staat entschädigt. Die KAE kann maximal 12 Monate innerhalb von zwei Jahren ausgerichtet werden. Arbeitsausfälle von mehr als 85 Prozent sind maximal vier Monate anrechenbar.

Zeiterfassung ist auch bei Kurzarbeit unerlässlich

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Krisenbedingte Sonderregelungen

Durch die ausserordentliche Lage hat das SECO Sonderregelungen ermöglicht. Nun haben mehr Personengruppen Anspruch auf KAE. Darunter fallen:

  • Personen in einem befristeten Arbeitsverhältnis,
  • Personen in einem Lehrverhältnis,
  • Personen im Dienste einer Organisation für Temporärarbeit,
  • Angestellte auf Abruf bei einer Beschäftigung von mindestens sechs Monaten im gleichen Unternehmen,
  • Personen mit arbeitgeberähnlicher Stellung (z. B. als Gesellschafter in einer GmbH, die angestellt gegen Entlohnung im Betrieb arbeiten).

 

Ausserdem gibt es noch weitere Sonderregelungen, die den Prozess vereinfachen:

  • Die Karenzzeit für KAE wird aufgehoben, sodass die Beteiligung für den Arbeitgeber entfällt.
  • Eine Bevorschussung von fälligen Lohnzahlungen ist ebenfalls schneller durch die Ausnahmeregelungen möglich.
  • Der Abbau von Überstunden ist von Arbeitnehmenden nicht mehr zuerst zu verlangen, bevor Kurzarbeit möglich gemacht werden kann.
  • Ferner wurde die Voranmeldefrist aufgehoben.
  • Um das Verfahren zu beschleunigen, wird die Bewilligungsdauer von drei auf sechs Monate verlängert.

 

Demnach können nun mehr Personen von den Kurzarbeitsregelungen profitieren und das Verfahren der Beantragung erfolgt schneller und einfacher. Unternehmen können ihre Mitarbeitenden somit besser vor kurzfristigen Kündigungen schützen.

 

Zeiterfassung auch bei Kurzarbeit verpflichtend

Im Schweizer Arbeitsrecht ist die Arbeitszeiterfassung verankert. Dementsprechend sind Arbeitgebende dazu verpflichtet, die Arbeitszeiten ihrer Mitarbeitenden zu erfassen. Die Dokumentation kann etwa mithilfe von Stempeluhren, Excel-Dokumenten, Software oder mobilen Apps erfolgen. Dabei ist die täglich und wöchentlich geleistete Arbeitszeit sowie Ausgleichs- oder Überzeitarbeit zu dokumentieren.

Die Sonderregelungen sehen von dem Abbau von Zeitguthaben ab. Das heisst, dass Überstunden nicht zunächst abgebaut werden müssen, bevor der Betrieb Kurzarbeit beantragen kann. Der vorherige Abbau von Überzeiten diente dazu zu verhindern, dass Mitarbeitende in den Betrieben zunächst Mehrarbeit leisten und im Anschluss Kurzarbeit angemeldet wird. Dies musste vorher mittels Dokumentation bewiesen werden. Jedoch müssen Arbeitgebende die Arbeitszeit ihrer Mitarbeitenden während der gesamten Zeit der Kurzarbeit nachweisbar machen. Hier ist genau festzuhalten, ab welchem Zeitraum die reguläre Arbeitszeit endet und ab wann Kurzarbeit angerechnet wird. Damit lassen sich die Ausfallstunden genau ermitteln, um die anrechenbare Kurzarbeitsentschädigung auszurechnen.

Hier ist Software zur Arbeitszeiterfassung hilfreich. Mittels verschiedener Methoden, etwa einem Chip, einer Magnetkarte oder mit dem Smartphone, stempeln sich die Mitarbeitenden ein oder aus. Das System verbucht die Arbeitszeiten automatisch im Zeitkonto der Mitarbeitenden. Ebenfalls werden geplante Absenzen wie Ferien automatisch erfasst und können etwa mit in die Personaleinsatzplanung einfliessen. Oftmals lässt sich die sogenannte Workforce Management Software auch mit vielen weiteren Bereichen verknüpfen: Qualifikationsmanagement, betriebliches Gesundheitsmanagement oder Employee-Self-Services. Mit diesen Funktionen können Personalprozesse digitalisiert und beschleunigt werden. Personalplaner und HR-Verantwortliche bekommen somit ein Tool, das den Verwaltungsaufwand auch ausserhalb der Zeiten der Coronakrise enorm vereinfacht.

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GFOS Workforce Management

Schlagwörter
Arbeitszeiterfassung Zeiterfassungssoftware Coronavirus Kurzarbeit

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